Die Einweihung unseres neuen Logenhauses
Orient Kamen, den 30. Mai 2026
Es gibt Tage im Leben einer Loge, welche nicht allein den Ablauf der Jahre bereichern, sondern sich als leuchtende Marksteine in ihre Geschichte einschreiben. Zu diesen seltenen und besonders erhebenden Ereignissen zählt ohne Zweifel der 30. Mai des Jahres 2026, an welchem die ehrwürdige Freimaurerloge „Phoenix zu den Drei Lichter“ im Orient Kamen ihr neues Logenhaus feierlich seiner Bestimmung übergeben und durch die Weihe der Bruderschaft in Besitz nehmen durfte.
Mit tiefer Dankbarkeit gegen den Großen Baumeister aller Welten und erfüllt von berechtigter Freude blickten die Brüder an diesem Tage auf ein Werk zurück, dessen Vollendung noch wenige Monate zuvor kaum vorstellbar erschien. Wo einst die Räume eines gewerblichen Bäckereibetriebes ihrem ursprünglichen Zwecke dienten, erhebt sich nun eine würdige Bauhütte, geschaffen durch Fleiß, Opferbereitschaft und den unbeugsamen Willen jener Brüder, die ihre Kraft und ihre Zeit in den Dienst eines gemeinsamen Zieles gestellt haben.
Nicht ohne mancherlei Mühen und Hindernisse wurde dieses Werk vollbracht. Unter erheblichem Zeitdruck und begleitet von zahllosen Herausforderungen begann die Umwandlung des Gebäudes mit seiner vollständigen Entkernung. Was zunächst als nüchterner Baukörper erschien, wurde Schritt um Schritt umgestaltet, geordnet und veredelt, bis schließlich jene Räume entstanden, welche künftig der freimaurerischen Arbeit, der brüderlichen Begegnung und der Pflege unserer Ideale dienen sollen.
Besonders hervorzuheben ist dabei, dass ein bedeutender Teil der Ausstattung nicht durch fremde Hände geschaffen wurde, sondern unmittelbar aus der Arbeit der Brüder hervorging. Mit handwerklichem Geschick, mit Hingabe und mit jenem Geist tätiger Brüderlichkeit, welcher seit jeher das Wesen der Freimaurerei prägt, entstanden Tische, Regale und zahlreiche weitere Einrichtungsgegenstände. So wurde nicht lediglich ein Gebäude eingerichtet, sondern ein Haus geschaffen, das die sichtbaren Spuren gemeinsamer Arbeit trägt und damit selbst zu einem Zeugnis lebendiger Freimaurerei geworden ist.
In alter Überlieferung betrachten wir Freimaurer die Arbeit am äußeren Bau stets zugleich als Sinnbild der Arbeit am inneren Menschen. Wie der rohe Stein unter Hammer und Meißel seine Gestalt empfängt, so strebt der Freimaurer danach, seinen Charakter zu veredeln und seine Pflichten gegenüber Gott, seinen Mitmenschen und sich selbst immer vollkommener zu erfüllen. Daher besitzt die Errichtung einer neuen Bauhütte nicht allein materiellen Wert, sondern auch eine tiefere symbolische Bedeutung. Sie erinnert uns daran, dass jeder sichtbare Bau seinen Ursprung im unsichtbaren Werk des Geistes hat.
Nachdem der erste Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen worden war, konnte die feierliche Einweihung erfolgen. Mehr als fünfzig Brüder aus nahen und fernen Orienten waren unserer Einladung gefolgt und versammelten sich, um gemeinsam mit uns diesen bedeutsamen Augenblick zu erleben. Ihre Anwesenheit war uns nicht nur Ehre und Freude, sondern zugleich Ausdruck jener unzertrennlichen Bruderkette, welche die Freimaurer über Orts-, Landes- und Logengrenzen hinweg miteinander verbindet.
Die feierliche Arbeit vollzog sich in einer Atmosphäre tiefer Würde und ernster Erhebung. Für einen Augenblick schienen die Mühen der vergangenen Monate vergessen, während Dankbarkeit und Freude die Herzen der Anwesenden erfüllten. Die neue Bauhütte hatte ihre Bestimmung empfangen und war fortan jenem Zwecke geweiht, dem die Freimaurerei seit Jahrhunderten dient: der Vervollkommnung des Menschen und der Verbreitung von Licht, Liebe und Wahrheit.
An die Arbeit schloss sich eine festliche Tafel an, bei welcher ein reichhaltiges Drei-Gänge-Menü gereicht wurde. In herzlicher Harmonie und echter brüderlicher Geselligkeit vereinten sich die Brüder am gemeinsamen Tisch. Erinnerungen wurden ausgetauscht, Erfahrungen geteilt und neue Bande der Freundschaft geknüpft. Später setzte sich das Beisammensein bei Kaffee und Kuchen fort, sodass dieser denkwürdige Tag in froher und zugleich würdevoller Stimmung seinen Ausklang fand.
Wenn dereinst spätere Generationen von Brüdern die Chronik unserer Loge aufschlagen werden, so mögen sie diesen Tag als einen jener Augenblicke erkennen, in denen sich Entschlossenheit, Gemeinschaftssinn und freimaurerischer Geist in besonderer Weise offenbarten. Die Einweihung unseres Logenhauses bildet einen Höhepunkt in der Geschichte unserer jungen Bauhütte und zugleich den Ausgangspunkt neuer Aufgaben.
Denn kein Bau ist jemals endgültig vollendet. Wie die Arbeit am rohen Stein niemals endet, so bleibt auch die äußere Bauhütte stets Gegenstand weiterer Gestaltung und Vervollkommnung. Kaum war die Freude über das Erreichte verklungen, richtete sich der Blick bereits auf die kommenden Vorhaben. Mit dem Beginn des zweiten Bauabschnittes setzen wir die Arbeit fort, getragen von derselben Zuversicht und demselben Gemeinschaftsgeist, welche dieses Werk von Anfang an begleitet haben.
Möge dieses Haus für lange Jahre ein Hort freimaurerischer Gesinnung sein. Möge es vielen Brüdern Heimat und Zuflucht bieten, möge in seinen Mauern die Flamme der Erkenntnis lebendig bleiben und möge von hier aus das Licht der Humanität in die Welt hinausgetragen werden

Phoenix zu den Drei Lichtern
Heerener Strasse 177
59174 Kamen
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